Turgenev Gesellschaft Deutschland
Förderkreis russisches Haus e.V. / Тургеневское общество Германии

Hohe Ehrung für Renate Effern

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Hohe Ehrung für Renate Effern

"Selten signiert der Außenminister der Russischen Föderation Sergej V. Lawrow die Urkunde anlässlich der Verleihung eines Ordens an ausländische Staatsbürger höchstpersönlich", so der eigens aus Frankfurt angereiste Generalkonsul Alexander Bulay in seiner Laudatio auf die auf dem Feld der deutsch-russischen Beziehungen kultureller Art höchst verdiente Renate Effern vor geladenen Gästen in des Brenners nobler Orangerie.

Zuvor hatte die Vizepräsidentin der Turgenev-Gesellschaft Deutschland Tatiana-Emilia Tischner nach dem Vortrag eines originalen Herbstgedichtes Iwan Turgenevs zunächst in russischer Sprache - er ist als Lyriker weniger bekannt - die Gäste aus nah und fern willkommen geheißen; so auch den Botschafter Russlands beim Europarat in Strassburg Iwan D. Soltanovskij sowie den Vertreter des Russischen Hauses in Berlin Pawel Isvolskij, ferner Heinz Setzer von der Tschechow-Gesellschaft in Badenweiler. P. Isvolskij hatte später als Präsente die Romanabdrucke "Rauch" und "Neuland" aus dem Jahr 1898 für die geehrte Slawistin im Gepäck. Zuvor hatte er wie schon der Generalkonsul die vielfältigen Verdienste Renate Efferns um die deutsch-russische Sache ausführlich gwürdigt, ob als Autorin, Mitbegründerin der Turgenev-Gesellschaft oder als "unermüdliche Propagandistin der russischen Kultur" auch als unermüdliche Stadtführerin.

Gratulationsadressen der Stadt Baden-Baden durch Ratsmitglied Heinz Gehri in Vertretung der verhinderten OB Margret Mergen sowie durch Cornelia Geiger-Markovskij vom Club Soroptimist International schlossen sich an, ehe Eberhard Schöck von der gleichnamigen Stiftung und Hauptsponsor das Engagement Renate Efferns würdigte; "wir arbeiten parallel an der Optimierung der handwerklichen Ausbildung in den Ländern des ehemaligen Ostblocks", so der Seniorchef weiter. In ihren bewegten Dankesworten ließ die Geehrte noch einmal die Stationen ihres Engagements über Slawistikstudium oder ihre Reisen vor und nach dem Fall es Eisernen Vorhangs Revue passieren, als in der direkten Folge immer mehr russische Gäste nach Baden-Baden kamen. Als Präsidentin der Turgenev-Gesellschaft Deutschland habe sie, in Russland immer wieder referiert, "meist über Baden-Baden". Auf dem dortigen Landsitz Turgenevs, in Spaskoje Lutovino, habe sie dessen Liebe "zu unserer schönen Stadt" noch besser verstehen gelernt: Die schönen Parks und die entschleunigte Gelassenheit etwa, die Turgenev nur ungern von hier Abschied nehmen ließen. "Doch die Feierlichkeiten zu seinem 200. Geburtstag im nächsten Jahr, in die auch die Deutsch-Französische Gesellschaft" - ihr Präsident Gerhard Kesselhut weilte ebenfalls unter den Gästen - "eingebunden ist, werfen ihre Schatten voraus und nur unter der weiteren Federführung durch das Kulturamt, das die vielfältigen Aktivitäten bündelt, können wir das alles stemmen", so die Präsidentin zum Schluss. Zuvor hatte noch Reiner Haehling zu Lanzenauer nach seiner Glückwunschadresse vom Planungsstand als Verbindungsmann zum französischen Bougival, wo Turgenev seine letzten Lebensjahre verbracht hatte, berichtet.

Dem Schlussdank Renate Efferns "an diese schöne Stadt" schloss sich noch ein reger Austausch bei Sekt und Selters an: Ob der russische Außenminister Sergej Lawrow Ende nächsten Jahres Turgenev und der geschichtsträchtigen Stadt an der Oos persönlich seine Reverenz erweisen wird? "Eine gute und nicht unrealistische Idee", so der Generalkonsul vielsagend.

Von Ludwig Huber